Ideen für eine Kinderspiellandschaft
am Jakobsplatz
In unseren Siedlungen, in unserer Stadt werden Kinder und Jugendliche bei der
Planung oft vergessen. Am Jakobsplatz gibt es einen kleinen Kinderspielplatz mit
den üblichen Stahlrohrgestellen. Er ist der einzige Zufluchtsort, die einzige
dem Kinderspiel vorbehaltene Freifläche weit und breit.
Der Individualverkehr setzt sich mit seinen Straßen, Garagen und Autoabstellplätzen gegen das Kinderinteresse an Freiräumen durch. Das Parkhaus am Oberanger steht als monströses Beispiel für die Übermacht des Autoverkehrs.
Im Straßenverkehr werden Kinder verdrängt, eingeschüchtert und gefährdet. Unterführungen, breite Straßen, vollgeparkte Gehsteige wirken einschränkend. Die Gefährlichkeit des Straßenverkehrs zwingt die Kinder oft, in der Wohnung, im Garten bzw. im Wohnblock zu bleiben und hindert sie dabei an der Erforschung ihrer Umgebung und am Aufsuchen der letzten freien, unverplanten Areale.
Durch eine immer rationellere Bauweise und Flächennutzung verringern sich die Spielmöglichkeiten, beschränken sich auf Schaukel, Rutsche, Sandkasten. Im Spielplatzbau wird von fixen Ideen und den ästhetischen Vorstellungen der Planer anstatt von den Bedürfnissen der Kinder ausgegangen. Eine Neuplanung am Jakobsplatz böte Gelegenheit zum Umdenken. Statt "sachlicher" Betonquader, eines normierten Designerspielplatzes, statt dem gewöhnlichen Planungsdekor sollte eine Kinderspiellandschaft entstehen.
Die heutigen Spielplätze entsprechen meist weder der Lage, noch der Ausstattung nach den Interessen der Kindern, die lieber bauen, lärmen, Löcher graben. Sie rufen daher Aggressionen und Lethargie hervor. Das Defizit an Spiel-, Bewegungs- und Kontaktmöglichkeiten wirkt sich auf die Erziehung und Entwicklung des Kindes zum sozial und politisch handlungsfähigen Subjekt aus.
Diese Modelle aus dem Kunstunterricht sollen bauliche Wünsche und Visionen von Kindern anschaulich mitteilen, ihre Vorschläge visualisieren und diskutierbar werden lassen. Sie sollen zeigen, daß Kinder ihre Idee spielend verwirklichen, wenn sie nur gefragt werden. Die vorgestellten Anlagen sind noch in Bezug auf den Jakobsplatz, das konkrete architektonische Projekt auszuarbeiten, in der Öffentlichkeit auszubreiten, um zu ihrer Realisation beizutragen.
Pläne und Planungen sind zugänglich zu machen, Plansprachen, Material- und Methodenkenntnisse müssen in der Schule erworben, gelernt werden, um selber mit Sachverstand an Planungsprozessen teilnehmen zu können. So kann es gelingen, andere Leute für Kinderinteressen in der Stadtplanung zu interessieren und sie zu aktiver Teilnahme anzuregen.