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Die Aufmerksamkeit gilt dem
Schicksal von Kriegsgefangenen. Nach der Haager Landkriegsordnung
sollen sie geschont, nicht abgeschlachtet werden. Der Anspruch der
Menschlichkeit ist mit größter Wirksamkeit bei geringem
Aufwand zu verwirklichen. Die Militärbürokratie gewinnt
Macht über Zehntausende von wehrlosen Menschen. Ihre
Arbeitsleistung ist von kriegswirtschaftlicher Bedeutung. Die
Beherrschung des Kriegsgefangenenwesens soll unter Beweis stellen,
wie weitblickend und durchschlagend die eigene Truppe handelt. Ihre
Leistungen werden mit den neuesten Medien öffentlichkeitswirksam
dokumentiert. Historische Filmaufnahmen und umfangreiches
fotografisches Archivmaterial zeigen, wie sich die
Abbildungstraditionen der Kriegsberichterstattung entwickeln.
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Der gemeinsame Gegenstand aller erzählten Geschichten sind „ Die Russen „. Da sie ferne sind, beschäftigen sie, lösen Gefühle aus, bewegen. Obwohl die Begegnungen mit ihnen flüchtig waren, entzünden sich an kurzen Eindrücken starke Phantasien. Alle Befragten waren Kinder, als sie den Fremden begegneten. Sie waren imstande, auf die Hilflosigkeit des Gegenübers einzugehen. Sie konnten einfache Gesten der menschlichen Zuwendung, des Mitleids richtig auffassen, ohne der suggestiven Kraft allgemeiner Feindbilder zu erliegen. Das Fremde gewinnt persönliche Züge, Es zeigt sich in unterscheidbaren Individuen. Es fügt sich in den Alltag. Es beeinflußt die Stimmung im Ort. Es verursacht Meinungsverschiedenheiten. Es fordert eine Auseinandersetzung. Das Fremde gewinnt Einfluß im Guten, wie im Schlechten. Es zeigt sich als verwandt, weil die Gefangenen meist einfache Menschen aus ländlichen Gegenden sind. Es offenbart vertraute Wesenszüge, die an Gegensätze zu den eigenen Befehlshabern denken lassen. Es verursacht Angst, daß einst vergolten werden könnte, wie Menschen eingesperrt, ausgehungert und für die Zwangsarbeit eingesetzt wurden.