Galeere

 

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Die " galera", hat ihren Namen wohl vom mittelgriechischen "galée", dem 'Wiesel'. Im übertragenen Sinne könnte auch der 'Schwertfisch' den Namen geprägt haben. Die 'Galionsfigur' bezeichnet eine Figur am Bug eines solchen Schiffes. Die Galeere entwickelt sich aus den Ruderschiffen der Antike. Galeeren sind lang, schmal und niedrig gebaut. Wegen der geringen Breite und des geringen Tiefganges eignen sie sich besonders gut zum Einsatz in der Nähe mediterraner Küsten und Strände. Das Fahrzeug hat bis zu 100 Ruderer, die jeweils zu zweit oder dritt einen Riemen handhaben. Die Segel der wendige, schnellen Schiffe, werden nur zur Entlastung der Ruderer gesetzt. Das Boot wird von Sträflingen, Sklaven oder Kriegsgefangenen gerudert. Die Männer sind an ihre Sitzbalken angekettet  Sie stöhnen unter den Peitschenhieben der Aufseher. Hitze und ein entsetzlicher Gestank erfüllen den Schiffsraum. Im Fall eines Schiffbruches wird nur ein Rettungsboot für die Offiziere bereitgehalten. Der weit vorragende hölzerne Schnabel dient zum Rammen feindlicher Schiffe. Auf der Plattform hinter dem Rammsporn stehen Soldaten bereit zum Entern des fremden Bootes. Die Großgaleere, auch galea grossa genannt, entsteht am Anfang des 16. Jahrhunderts, hat eine Länge von 50, dann 70 bis 80 Metern und eine Breite bis zu 16 Metern. Sie weist mehrere Masten mit Lateinersegeln auf. Die extrem langen Riemen werden von vier bis sieben Ruderern bedient. Es sind bis zu 70 Kanonen in Bordöffnungen eingebaut, die nach allen Seiten feuern können. Die Besatzung aus Ruderern, Matrosen und Soldaten besteht aus ungefähr 800 Mann. Die Galeassen sind wesentlich seetüchtiger als die Galeeren und deshalb auch im Winter unterwegs.

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Am Tag von Christi Himmelfahrt im Jahre 997 oder 1000  sticht der Doge Pietro Orseolo II. in See, um dalmatinische Küstenstädte von Piraten zu befreien. Aus dieser Befreiungsaktion entwickelt sich die Herrschaft Venedigs über die dalmatinische Küste. Die Galeere wird im 11. Jahrhundert. und während der Kreuzzüge eingesetzt. Schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts bedient man sich des Kompasses, seit dem 13. Jahrhundert genauerer Seekarten. Fortschritte im Schiffbau, vor allem die Vergrößerung des Laderaumes - im Mittelmeergebiet durch Verlängerung der Schiffe, verbessern den Seeverkehr. Im Jahre 1177 gelingt es den Venezianern, den Streit zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. zu schlichten. In der Markuskirche versöhnen sich nach der Legende die beiden höchsten Autoritäten der Zeit und bekräftigen so den Herrschaftsanspruch Venedigs über die ganze Adria. Die unlösbare Vermischung von "Politik und Glaubenseifer" bestimmt den Vierten Kreuzzug (1198-1204). Die Führung eines Kreuzzugs war ein Leitmotiv der Regierung Innozenz' III.; Die Grafen von der Champagne, von Blois und Flandern schickten Gesandte nach Italien, um Verhandlungen wegen des Transports mit den Seestädten Venedig, Genua und Pisa zu führen - übrigens Boten mit Handlungsfreiheit, die besiegelte Blankopergamente bei sich führten. 

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Manche freilich müssen drunten sterben,
wo die schweren Ruder der Schiffe streifen.

Hugo von Hoffmannsthal, Ballade des äußeren Lebens.

 

Francesco Guardi, Die Ausfahrt des Bucentaur zum Lido. 66 x 100 cm, Paris, Louvre

Cy Twombly erinnert in seinem zwölfteiligen Gemäldezyklus "Lepanto" an eine Seeschlacht, die von venzianischen Galeeren geführt wurde. Die Bauweise des "Bucintoro" erinnert am Ende dieser Seeherrschaft noch einmal an ihre Anfänge.

 

in das Arsenal