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Die Industriestandorte Marghera und Mestre haben Sichtverbindung zu Venedig. Der Blick auf die Raffinerieanlagen lässt entweichenden Wasserdampf erkennen. Wasser wird zur Kühlung in der Destillationskolonne bei der Herstellung von Flüssiggas, Benzin, Flugturbinenkraftstoff, Heizöl und Bitumen verwendet. Das verunreinigte Kühlwasser muss geklärt werden, ehe es in Lagune oder Adria freigesetzt werden kann. Solche Anlagen arbeiten mit einer Leistung von fünf Kubikmetern in der Stunde.

Wir blicken in einen trockengelegten Kanal. In der Mitte des jetzt leergepunpten Wasserweges  liegt ein Ponton mit Baumaterial und Gerät auf dem Trockenen. Es wird versucht, durch Aufbringen einer wasserdichten Putzschicht das Mauerwerk vor dem Eindringen des dauernden Hochwassers zu schützen. In der Sanierputzschicht sind die Öffnungen zur Ableitung von Abwässern in den Kanal zu erkennen. Das Wasser arbeitet sich heran an die unteren Fenster, ist längst über die Natursteinsockel gestiegen, zersetzt das vom ständig feuchten Putz befreite Ziegelmauerwerk. Deutlich ist die alte Hausteinfundierung zu erkennen, die dem Lagunenwasser mehr Widerstand bot, als das Ziegelmauerwerk, das sich darüber ausgelaugt und zerfressen abzeichnet.

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Das Wasser arbeitet sich heran an die unteren Fenster, ist längst über die Natursteinsockel gestiegen, zersetzt das vom ständig feuchten Putz befreite Ziegelmauerwerk. Deutlich ist die alte Hausteinfundierung zu erkennen, die dem Lagunenwasser mehr Widerstand bot, als das Ziegelmauerwerk, das sich darüber ausgelaugt und zerfressen abzeichnet. Nun wird versucht, durch Aufbringen einer wasserdichten Putzschicht das Mauerwerk vor dem Eindringen des dauernden Hochwassers zu schützen. In der Sanierputzschicht sind die Öffnungen zur Ableitung von Abwässern in den Kanal zu erkennen. In der Mitte des jetzt leergepunpten Wasserweges  liegt ein Ponton mit Baumaterial und Gerät auf dem Trockenen.

Die Krypta der Kirche San Zaccaria stammt aus dem 10. Jahrhundert. Sie steht dauernd unter Wasser. Der feuchte Verputz wurde vom Backsteinmauerwerk abgeschlagen. Seit den Fünfziger und Sechziger Jahren hat sich der Untergang dramatisch beschleunigt, Der Boden Venedigs senkt sich um fast einen halben Millimeter im Jahr. Hochwasser überschwemmen nun alljährlich das Stadtgebiet.

Könnte die Entnahme von Wasser aus tiefen Bodenschichten zu dieser Absenkung der Stadtfundamente im Verhältnis zum Meeresspiegel führen ? Laura Carbognin und Pietro Teatini führen im Jahre 1973 und 1994 Modellberechnungen über Bewegungen der Untergrundflächen Venedigs durch. Sie stellen fest, dass Wasser in beträchtlicher Menge aus tieferen Bodenschichten kostengünstig für die industrielle Nutzung entnommen wird. Dadurch verringert sich der hydrostatische Druck und folglich die Tragfähigkeit des vielschichtigen feuchten Kiesgrundes. Diese Veränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen. Durch Einschränkung der Wasserentnahme ließe sich jedoch die weiter fortschreitende Bodenabsenkung beenden.

(Laura Carbognin, Pietro Teatini,  Consiglio Nazionale delle Richerche dall Morfologia del Degrado alla Morfologia della Conservazione, Modellistica della Subsidenza del Comprensorio Venziano,  Rom 1994, S. 251 ff. ) Vielen Dank an Frau Susanne Oettler für die Übersetzung !