Die große Enzyklopädie

Unter dem langen Titel :

"Encyclopedie, ou Dictionnaire raisonne des sciences, des arts et de metiers, par une societe de gens de lettres. Mis en ordre et publie per m. Diderot; equant a la partie mathematique par m. d'Alembert" ist im Katalog der Markusbibliothek die Veröffentlichung eines prächtigen Nachschlagewerkes verzeichnet :

"A Paris ; chez Briasson, rue Saint Jacques ; a la Plume d'or ; rue del la Harpe : a la ScienceDavid l'aine, rue Saint Jacques, Le Breton, imprimeur ordinaire du Roy, Durand, rue Saint Jacques, a Saint Landry, & au Griffon, 1751-1765".

Der Bestand umfasst 17 Foliobände.  Angemerkt wird, daß die Bände 8-17 den falschen Druckort angeben , nämlich das zwar französischsprachige aber in einer preussischen Enklave gelegene "Neufchastel" statt Paris. - Diese Bände sind herausgegeben von Monsieur.*** , dem anonym bleibenden Denis Diderot. Er befürchtet Anfeindungen in der französischen Hauptstadt, wegen seines fortschrittlichen Kompendiums. Der Hof, die Kirche und die Richterschaft sind tatsächlich außer sich vor Empörung.

Die schön marmorierte Struktur des inneren Buchdeckels der in Schweinsleder mit Goldschrift gebundenen Folianten lässt noch einmal die alte Handwerkskunst erstrahlen, die selbst bei einer mehrhundertfachen Auflage aufgewandt wurde. 

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Auf dem linken Kupferstich nach der Zeichnung des Joannes Stradanus können wir verfolgen, wie die Illustrationen in dieser aufwendigen Tiefdrucktechnik vervielfältigt werden. Im Vordergrund übt sich ein Lehrling im Kopieren. Die Zeichnung soll "wie gestochen" aussehen. Daneben wird über einem Kohlebecken eine Kupferplatte erwärmt.. Der Geselle dahinter reibt strenge, harzige Ölfarbe in die eingeschnittenen Vertiefungen der Druckplatte. Rechts daneben sehen wir den Meister, der bedächtig den stählernen Grabstichel über die Kupferfläche führt und feine Späne herausschneidet. Lehrbuben und ein Geselle daneben beobachten den Vorgang aus der Nähe. Sie bewundern die eleganten Lineaturen und Schraffuren, die erlauben, mit der Druckerschwärze Grautöne nachzuahmen. Die entstehenden vertieften Linien werden eingeschwärzt, die Oberfläche blankpoliert. Der Druck kann beginnen. In den Vergrößerungen aus der Enzyklopädie können wir die Fasern des weichen, festen, aus Hadern geschöpften Tiefdruckpapiers erkennen, das leicht angefeuchtet, die eingeschwärzten Linien aus der Druckplatte aufgenommen hat.

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Das sensationelle siebzehnbändige Werk Diderots hat den Anspruch, das ganze nützliche Wissen seiner Zeit in Wort und Bild zu erklären. Aus ihm stammt die dritte Abbildung über den Kupferstich. Die Verbindung von  Kraftgriffen, mit denen Metall zerspant wird und elegantester, höfisch kultivierter Bewegung fesselt den Illustrator. Die Möglichkeiten des Sticheleinsatzes in verschiedenen Einstichwinkeln, der Kreuzschraffur in mehreren parallel geführten, übereinander liegenden Strichlagen werden mit strategischer Systematik vorgeführt. Unten lässt ein Querschnitt durch die Druckplatte das Prinzip des Tiefdrucks erkennen : in die entstandenen Verletzungen der Plattenoberfläche wird strenge Farbe eingerieben, die unter dem Druck der Sternpresse auf dem angefeuchteten Kupferdruckpapier wieder zum Vorschein kommt.

Selbstverständlich wird in Diderots Enzyklopädie auch die Technik gezeigt, mit der in Venedig Pfähle in den Schlick der Lagune gerammt werden, um darauf Häuser, Brücken und Paläste zu errichten.

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In den zwölf Büchern mit Kupferstichen wird jeder Einzelheit dieser Arbeit Aufmerksamkeit geschenkt. Es bleiben keine Geheimnisse, der Leser soll in die Lage versetzt werden, nach der Lektüre und dem Studium der Abhandlung selbst solche Unternehmungen zu organisieren. Das sorgfältig gehütete Spezialwissen zünftiger, staatlicher, kirchlicher oder militärischer Geheimbereiche wird in aller Öffentlichkeit ausgebreitet.

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Der Blick des kenntnisreichen Kavaliers, des findigen Architekten verfolgt scharf die Bewegungen der ausführenden Zimmerleute. Er steht nicht nur perspektivisch über den Dingen, er scheint in sie selbst eindringen zu können.

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zur Technik des Buchdrucks und des Holzschnittes

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zum Fischfang in  der Lagune oder in den Kanälen